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ChatGPT Work erklärt: Was der neue KI-Agent für deinen Job bedeutet

ChatGPT Work ist OpenAIs neuer KI-Agent, der ganze Aufgaben statt nur Antworten liefert. Was sich ändert und worauf Schweizer Unternehmen achten sollten.

ChatGPTKI-Agenten

Person sitzt an einem Holzschreibtisch am Laptop und prüft ein Dokument, während im Hintergrund ein zweiter Bildschirm leuchtet

ChatGPT Work ist OpenAIs neuer Agent-Modus, gestartet am 9. Juli 2026 zusammen mit dem Modell GPT‑5.6. Der Unterschied zum bisherigen ChatGPT: Du stellst nicht mehr nur Fragen, sondern gibst ein Ziel vor. Den Rest erledigt der Agent selbstständig, über mehrere Schritte und mehrere Programme hinweg, notfalls stundenlang. Was das für deinen Arbeitsalltag heisst und worauf du in einem Schweizer Betrieb achten solltest, liest du hier.

Chat oder Agent — was ist der Unterschied?

Ein klassischer Chat beantwortet eine Frage: Du fragst, die KI antwortet, fertig. Ein Agent dagegen handelt. Er nutzt Werkzeuge, verbindet sich mit anderen Programmen, plant Zwischenschritte selbst und liefert am Ende ein fertiges Ergebnis. Das kann eine Präsentation sein, eine Auswertung oder ein aktualisiertes Dokument.

ChatGPT Work ist genau das: ein Agent, der ein Ziel in kleinere Aufgaben zerlegt und diese eigenständig abarbeitet, während du an anderer Arbeit weitermachst oder das Haus verlässt. Du bleibst trotzdem am Steuer. Du siehst den Fortschritt, kannst Fragen beantworten, die Richtung ändern und wichtige Schritte freigeben, bevor sie ausgeführt werden.

Codex und ChatGPT sind jetzt eine App

Bisher gab es zwei getrennte Programme: ChatGPT für alltägliche Nutzung und Codex als Coding-Agent für Entwickler. Mit dem Update sind beide in einer einzigen Desktop-App zusammengeführt. Wer die alte Codex-App nutzte, bekommt beim nächsten Update automatisch die neue kombinierte App; die bisherige ChatGPT-Desktop-App läuft als «ChatGPT Classic» weiter.

In der neuen App wechselst du zwischen drei Ansichten:

  • Chat: die klassische Frage-Antwort-Nutzung.
  • Work: der Agent-Modus für Projekte, Recherchen und Auswertungen.
  • Codex: die Entwickler-Ansicht mit Terminal, Pull-Request-Funktionen und Code-Vergleichen.

Alle drei laufen auf derselben Technik, zeigen aber je nach Aufgabe unterschiedliche Werkzeuge an. Auf dem Desktop kann ChatGPT zudem auf lokale Dateien zugreifen, über einen eingebauten Browser im Web recherchieren und Aufgaben mit Scheduled Tasks automatisch wiederholen lassen. Ein Beispiel: «Fasse jeden Montag neue Slack-Nachrichten zu einem Update zusammen.»

Drei Modelle statt eines: Sol, Terra und Luna

GPT‑5.6 kommt nicht als einzelnes Modell, sondern als Familie mit drei Stufen. Das ist praktisch, weil sich Geschwindigkeit, Kosten und Leistungsfähigkeit je nach Aufgabe stark unterscheiden:

ModellWofür geeignet
SolKomplexe, mehrdeutige Aufgaben: grössere Recherchen, Strategiefragen, längere Projekte mit vielen Zwischenschritten
TerraDer Alltags-Standard: Wochenberichte, Dokumentenauswertung, Textarbeit. Für die meisten Aufgaben im Berufsalltag die richtige Wahl
LunaSchnelle, klar umrissene Aufgaben in grosser Zahl: Kategorisieren, Daten aus Formularen extrahieren, einfache Recherche-Vorarbeit

Für den Einstieg reicht Terra fast immer. Sol lohnt sich erst, wenn eine Aufgabe wirklich vielschichtig ist und mehrere Stunden Bearbeitungszeit rechtfertigt.

Was ChatGPT Work in der Praxis kann

OpenAI nennt als Beispiele: aus Kundengesprächen einen Kampagnen-Entwurf bauen, eine Monatsauswertung direkt aus den Quelldaten in Excel oder Sheets erstellen, oder neue Nachrichten aus Slack und Microsoft Teams automatisch in aktualisierte Dokumente überführen. Über eine einheitliche Plugin-Übersicht verbindet sich ChatGPT Work mit Google Drive, SharePoint, Slack, Teams, Gmail, Outlook, Salesforce und weiteren Tools. Du kannst mit «@» gezielt eine App ansprechen oder ChatGPT selbst entscheiden lassen, wo es Informationen holt.

Neu ist auch Sites: Fertige Ergebnisse lassen sich als interaktive Web-Seite oder Mini-App direkt teilen, zum Beispiel als Dashboard oder Projekt-Tracker.

Ab wann ist ChatGPT Work verfügbar?

Der Rollout läuft gestaffelt: Auf Web und Mobile zuerst für Pro-, Enterprise- und Edu-Konten, Plus und Business folgen in den Tagen danach. In der neuen Desktop-App stehen Chat, Work und Codex dagegen sofort allen Plänen zur Verfügung, auch der kostenlosen Version. Abgerechnet wird nutzungsbasiert nach Aufwand, ähnlich wie bisher bei Codex: Eine einfache Aufgabe kostet wenig, ein mehrstündiges Projekt mit vielen Werkzeug-Aufrufen entsprechend mehr.

Was bedeutet das für Datenschutz in Schweizer Unternehmen?

Ein Agent, der sich mit Google Drive, E-Mail-Postfächern und CRM-Systemen verbindet, sieht potenziell mehr Firmen- und Kundendaten als ein einfacher Chat. Die Grundregeln ändern sich dadurch nicht. Sie gelten jetzt einfach für mehr Systeme gleichzeitig. Für Schweizer KMU heisst das konkret:

  • Nicht alles auf einmal verbinden. Beginne mit einer einzelnen, unkritischen Anwendung (z. B. Kalender oder ein internes Wiki) statt gleich das gesamte Google-Drive-Laufwerk freizugeben.
  • Personendaten bleiben tabu, solange keine geprüfte Vereinbarung mit dem Anbieter besteht. Das ist die gleiche Regel wie beim normalen Chat. Welche Daten in welches Konto dürfen, zeigt unser Ratgeber ChatGPT sicher nutzen mit Firmendaten.
  • Enterprise- und Edu-Konten können im Admin-Bereich Ausgaben- und Zugriffsgrenzen pro Team setzen. Für Betriebe mit mehreren Nutzenden ist das ein sinnvoller erster Schritt, bevor der Agent produktiv eingesetzt wird.

Solltest du jetzt umsteigen?

Für alltägliche Aufgaben lohnt sich ein vorsichtiger Test: eine wiederkehrende Auswertung, ein Wochenbericht, eine Recherche, die du ohnehin manuell machst. Genau dort zeigt sich am schnellsten, ob der Agent zuverlässig arbeitet und wo du noch nachprüfen musst. Für ganze Teams, die KI-Agenten strukturiert in bestehende Arbeitsabläufe einbauen wollen, ist das eher ein Thema für KI Kompetent WORK als für ein Selbststudium am Feierabend. Dort geht es genau um diesen Schritt: von der einzelnen Anfrage zum eingebauten Werkzeug im Arbeitsalltag.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ChatGPT Chat und ChatGPT Work? Chat beantwortet einzelne Fragen. Work ist ein Agent, der ein Ziel entgegennimmt, es in Teilschritte zerlegt und diese eigenständig ausführt. Dabei greift er auf verbundene Apps und Dateien zu und arbeitet bei Bedarf mehrere Stunden an einer Aufgabe.

Ist ChatGPT Work schon in der Schweiz verfügbar? Ja. Der Rollout ist global, nicht regional eingeschränkt. Auf Web und Mobile hängt die Verfügbarkeit vom Abo ab (zuerst Pro, Enterprise, Edu), die Desktop-App mit Chat, Work und Codex steht sofort allen Plänen offen, auch kostenlosen.

Was kostet ChatGPT Work? Es gibt kein separates Abo. Enthalten ist die Nutzung im jeweiligen ChatGPT-Plan, abgerechnet nach Aufwand der Aufgabe, ähnlich wie bisher bei Codex. Aufwendigere, länger laufende Aufgaben verbrauchen mehr vom Nutzungskontingent als eine kurze Anfrage.

Ersetzt Codex jetzt ChatGPT, oder umgekehrt? Keins von beidem: Beide sind jetzt Ansichten derselben App. Codex bleibt die Entwickler-Ansicht mit Terminal und Code-Werkzeugen, Work ist die Ansicht für nicht-technische Projekte. Die alte, getrennte ChatGPT-Desktop-App läuft unter dem Namen «ChatGPT Classic» weiter.

Ist ChatGPT Work sicher für Geschäftsdaten? Das hängt davon ab, welche Apps du verbindest und welche Daten dabei fliessen, nicht vom Agenten selbst. Ohne Auftragsverarbeitungsvertrag gehören Personendaten und Geschäftsgeheimnisse grundsätzlich nicht hinein, unabhängig davon, ob du chattest oder einen Agenten arbeiten lässt.

ChatGPT Work zeigt, wohin sich KI-Tools gerade entwickeln: weg vom reinen Antwortautomaten, hin zu einem Werkzeug, das Aufgaben tatsächlich übernimmt. Wer davon profitieren will, muss aber zuerst verstehen, welche Aufgaben sich sinnvoll delegieren lassen und welche Daten dabei wohin fliessen.

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